Neobiota

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Dialäkt: Schwäbisch

Neobiota (Sing. Neobiont; vo griachisch néos „neu“ ond bíos „Leben“) nennt ma en dr Biologie Arta, mo se em Gebiet etabliert hond, mo se vorher ned hoimisch warad.[1][2]

Neobiotische Pflanza nennt ma Neophyte (Sing. Neophyt), neobiotische Viechr Neozoe (Sing. Neozoon) ond neobiotische Pilz Neomycete (Sing. Neomycet).

Ursacha

Zom oina sen des Viechr, mo aus ara Zuchd drlaufa sen odr absichdlich aigfiehrd worra sen, weil ma se von ana ebbes Nidslichs vrschbrocha hod, zom andra sen s Pflanza, mo mid em Vooglfuddr dren warad odr au weil ma se hod als Nudspflanza hod aapflanza wella.

Mid em Handel werred en Haufa Pflanza ond Viechr rond om d Weld broch, zom als Zier en Parks wia uff dr Insl Mainau bi Konschdanz, in Botanischa Gäärda und Zoos ghalta z werra. Dr Botanisch Garde vo dr Uni z Basl isch ano 1589 grendet worra. Aber es git au privade Leit mo exodischa Viechr kaufed und se en Wasserkischda («Akwarie») ond droggene Kischda («Terrarie») haldod; ond von do brengad d Leit se au en d Nadur, mo se ned naaghaired.

Die globalisierd Wirtschafd machd, dass immer me Aarda unabsichdlech transportied werred. Des kennad Aahafdonga an Schiff odr au d Fillong vo ama Ballaschdtank sei. Sooma vo de Pflanza hafded an Pnöö vo Auto und Laschdwääge und kommed so in andere Ländr. Au auf Oisebaanwääge fahred Pflanzasooma weit in fremde Regiona, und Insekda in de Flugzeig.

Bei sehr schädliche neie Läbewääsa kaa’s zu biologischa Invasioona komma.

S geid au nadierliche Ursacha fir d Ausbroidong vo Aarda. En dr Antarktis hod ma Alga ond Tang (Kelp) gfonda, mo meh als 10.000 km vo de Kerguelen ond aus Südgeorgie und de Südlige Sandwitschinsle komma isch. Dr Kelp kennd fremde Pflanza und Viiechr als Transpordmiddl deana.[3]

Definizioo

Scho emmr hend d Leid Pflanza ond Viechr en andre Gegenda brochd. D Pflanza, mo vor em Joor 1500 so verbroided worra sen, hoissad bei de Biolooga Archäophyta. Zom Doil send des Pflanza, mo mid em Ackrbau mitkomma sen und drom vo de Fachleid Agriophyta ghoissa werrad.[4] Uf dr andra Seid ghairad Kuldur- ond Gardapflanza drzua, mo moischdens d Röömer aus em Raum vom Middlmeer in ihre Provinza brochd hend, wia dr Apfl, d Birn, d Pflauma, d Waitrauba, d Kornbluama und d Kamill. D Pflanza mo noch 1500 brochd worra send, hoissed Neophyta.

Bei de Viechr onderschoided ma au Archäozoe (aigfiehrd vor em Joor 1500, seid dr Jungsteinzaid[5]) und Neozoe (später aigfiehrd).

Problem

Weil dia Aarda em neia Breich doils koine nadierliche Feind hend, geid s au koi Gleichgwichd vom Fressa ond Gfressawerda beziehongsweis Konkurrenz beim Wachsa.

A Beischbiel isch d Meerwalnuss (Mnemiopsis leidyi), mo om 2005 em Ballaschdwassr vo Schiff aus Nordamerika en d Nord- ond Oschdsee komma isch. Drhoim geid s andre Qualla, mo se gfressa hend, blos dia fehlad en ihrem neia Läbensraum.[6]

Blos a Deil vo da Neobiota isch em neia Biotop a Broblem,[7] abr manche Arda verändered d Biodiversität vo de Lebensgmoinschafda starch und richda für d Nadur und d Mensche grosse Schädn a.[8]

Beischbiel

Reigschmeggde Viechr ond Pflanza send en dr ganza Weld a Broblem.

En Australie send en Haufa Viechr ond Pflanza neibrochd worra.[9][10]

Z Irland isch dr Rododendron, mo me en Pärk aapflanzd hod, in d Landschafte use gwaxsa und hod ganze Wäldr gmachd.[11]

D Europäisch Unioo hod a Lischd vo de unerwünschde Species gschriba[12] und d Organisazioo European Alien Species Information Network (EASIN) gründad.

Viechr

Iibrall

D Wandrradd (Rattus norvegicus) hod se aus Oschdasie en dr ganza Wäld ausbroidad.[13]

Europa

D Bisamradd (Ondatra zibethicus), mo a Wühlmausard (Arvicolinae) aus Nordamerika isch, hod se aus am böhmischa en ganz Europa ausbroided.

Dr Kardofflkäfer (Leptinotarsa decemlineata) isch sid em 19. Joorhundert in Europa; er frisst Dail vo dr Kardofflpflanza.

D Reblaus (Daktulosphaira vitifoliae) hod em 19. und 20. Joorhundert für d Woikultur in Frankreich, am Oberrhein ond in dr Schweiz e Katastropha broochd.

S europäisch Oichhörnle wurd in a baar Schdaada vom Grauhörnle, mo 1889 aus Amerika auf England komma isch, vrdrengd.

D Varroamilba (Varroa destructor) aus Asien zerschdörd Biinenvölkr in Europa.

So a Vrbroidong geid s au andrsrom. D Schwarzmaulgrundl (Neogobius melanostomus), mo aus m Schwarza Meer stammd, isch ned blos en Middleuropa e Broblem,[14] s hod se aus Europa au noch Nordamerika ausbroidad.

Em Allemannischa

Dr Kalikokrebs (lateinisch: Orconectes immunis) aus Nordamerika, mo se vo dr Gegend om Bade-Bade ausbroided hod. Middlrweil isch r am ganza Oberrhin z fenda. S Broblem drbei isch, dass r andre Arda vrdrenga duad.

Dr Waschbär (Procyon lotor) mo als a Pelzlieferand aus Nordamerika eigfiehrd worra isch, hod se au ausbroided, weil r ausgseds worra isch odr aus Zuchda drlaufa isch. En dr Schwiiz isch r – em Gegasads zu Deidschland – no koi Bloog.[15]

Fir da Bux isch dr Buxbaumzünsler (Cydalima perspectalis), mo a us China kommd, gfährlich.

En de Flüss ond Seea send – wia beim Zürisee seid em Joor 1969 – Wandermuschla – Beischbiel: die Asiadisch Körbchemuschl ond d Quagga-Muschl – massierd aufdredda.[16][17]

Dr Schdenkkäfr (BMSB, Halyomorpha halys, auf französisch punaise diabolique = Teuflswanza), mo a Wanz isch, isch a Schädling für d Landwirdschaft.[18][19]

Vo Europa noch Andrsmo

Haasa aus Europa hend en Chile gmachd, dass se d Steppa vergrösserd hod. Radda hend auf Insla mo alte seltene Ara hond, wie d Galapagos, oiheimische Viechr dezimierd.

Em Aafang vo dr Ausbroidong

D Asiatische Buschmucka (Aedes japonicus), Gelbfiebermucka (Aedes aegypti) ond d Asiatisch Tigermuck (Aedes albopictus) broided se mid moderne Dransbordmiddl aus ond brengad Krankhoide wia Gelbfieber, Denguefieber, Chikungunya- ond da West-Nil-Virus mid.[20]

Bildr

Pflanza

Iibrall

Dr Japanisch Staudaknöterich (Fallopia japonica (Houtt.)) isch a Pflanz, mo sogar mid Absichd nach Europa ond Amerika aigführd worra isch, weil d Leid gmoind hend, ma kennd n braucha. Des war a Irrdom. S Vrdreiba isch arg aufwendig.[21]

Europa

D Ambrosia, a Grubba va Korbblütlr (Asteraceae), isch au vo Nordamerika komma, wahrscheinle en ara Voglfuddrmischong. A Risiko isch vor alem d Ambrosia artemisiifolia, mo starche Allergia machd.[22]

Dr Riesebäraklau oder Herkulesstaud (Heracleum mantegazzianum) mo als exodische Aard aus m Kaukasus uf Europa komma isch, isch für d Gsundhoid a Risiko. 2008 war s d «Giftpflanz vum Jahr».[23]

Em Allemannischa

S Indisch Springkraut (Impatiens glandulifera) broided se en Bayern, en Vorarlberg ond en dr Schwiiz en de Auenlandschafte vo de Flüss zemle aus.[24]

En Frankreich send au dr Japanisch Staudaknöterich, s Springkraud, d Robinia (Robinia pseudoacacia), da Fliider (Buddleja davidii) ond s Heisakraut (Ludwigia grandiflora), mo sech in de Weir ond Kanääl usbroided, a Broblem.[25]

Bildr

Andworda

Fremde Lebewesa send es Problem vom Naturschutz.

Neba em Aanemma als an Gwinn, geids au s vrschdärgde jaga mid Prämia ond bei de Bisamradda beischbielsweis en Riadlenga s jährlich Froschkuttelessa.

Ma hod uf de Internazionala Komferenza Neobiota für Andworda gsuachd. Dr erschd Kongress isch em Joor 2000 z Berlin gsi, die dritte 2004 z Bern.[26]

D Bhörda vum Zoll konfisziered exodischa Lebewesa mo d Leit illegal ins Land bringed. Am Flughafe vo Züri werred jedes Joor fremde Viechr gfunda mo d Leit als Suvenir vom Reise midbringed.[27]

Gega d Ambrosia send en Berlin scho Oi-Euro-Jobbr eigsedsd worra.[28]

D Stedt und d Lendr machad Lischda mit Neobiota ond stellod Informaziona in s Internet, so wia Züri mid m Flyer Invasive Neophyta: Exodischa Pflanza im Garda – Was zom dua?.[29] In dr Abdeilong Grüen Stadt Züri isch dr Akzionsplan invasiva Neophyta gstarded worra mo s Informaziona, Beobachdong vo dr Landschaft ond d Bekämpfong vo Pflanza drin hod.[30]

Em Elsass schaut d Organisazioo Fredon (Fédération Régionale de Défense contre les Organismes Nuisibles) uf dia nuie Arda.

Guck au

Nedsadressa

Lidradur

  •  Ingo Kowarik: Biologische Invasionen; Neophyten und Neozoen in Mitteleuropa. 2. Uflaag. Eugen Ulmer, Stuttgart 2010, ISBN 978-3-8001-5889-8.
  • Wolfgang Rabitsch, Franz Essl: Neobiota in Österreich. Wien 2002. ISBN 3-85457-658-7
  • J. Schwimmer: Unerwünschte Gäste der heimischen Pflanzenwelt. In: Montfort 1(9/12), 1946, S. 227-230.
  • N. Müller: Biologischer Imperialismus – zum Erfolg von Neophyten in Großstädten der alten und neuen Welt. In: Artenschutzreport 18, 2005, S. 49-63.
  • O. Geiter (u. a.): Bestandsaufnahme und Bewertung von Neozoen in Deutschland.. Institut für Biodiversitätsforschung, Allgemeine und Spezielle Zoologie, Universität Rostock; Umweltforschungsplan des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, 2001.
  • G. Niethammer: Die Einbürgerung von Säugetieren und Vögeln in Europa. Verlag Paul Parey, Hamburg, Berlin 1963.

Mo s her isch

  1. Tina Heger: Zur Vorhersagbarkeit biologischer Invasionen. Entwicklung und Anwendung eines Modells zur Analyse der Invasion gebietsfremder Arten. In: Neobiota. Band 4.
  2. Kowarik 2010, S. 18
  3. Antarktis: Doch nicht isoliert – Region könnte anfälliger für Bioinvasion sein als gedacht-. Abgrüeft am 23.07.2018.
  4. 'Agriophyten. mars.geographie.uni-halle.de. Abgrüeft am 18.07.2018.
  5. Eingebürgerte und zugewanderte Vogelarten. waldwissen.net. Abgrüeft am 17.07.2018.
  6. Eine Problem-Qualle erobert Nord- und Ostsee. Abgrüeft am 17.07.2018.
  7. Birdlife Schweiz. birdlife.ch..: „Die meisten Neophyten sind für die Artenvielfalt kein Problem. Einige Arten aber – die sogenannten invasiven Neophyten – vermehren sich sehr stark und überwuchern in rasantem Tempo auch Flächen, die unter Naturschutz stehen.“. Abgrüeft am 18.07.2018.
  8. Invasive Alien Species (IAS) constitute one of the most important threats to biodiversity, causing severe ecological and socio-economic impacts.. The European Alien Species Information Network on the Convention on Biological Diversity. Abgrüeft am 18.07.2018.
  9. Was nicht ins Outback gehört, muss sterben. Abgrüeft am 2018-07-12.
  10. Tausende Arten vor Aussterben, Verwilderte Katzen bedrohen Minidrachen. Abgrüeft am 2018-07-16.
  11. Abgeordneter fordert Militäreinsatz gegen Rhododendron-Plage. Abgrüeft am 2018-07-16.
  12. Lischte vo de unerwünschde Species
  13. Wanderratte - Rattus norvegicus - kleinsaeuger.at. In: kleinsaeuger.at. Abgrüeft am 2016-10-24.
  14. Tonia Koch: Invasion im Fluss: Schwarzmundgrundeln breiten sich aus. deutschlandfunk. de, 07.09.2015. Abgrüeft am 12.07.2018.
  15. Waschbären-Plage in Deutschland. Abgrüeft am 17.07.2018.
  16. Andreas Schürer: Fremde Muschel breitet sich im Zürichsee aus. nzz.ch. Abgrüeft am 17.07.2018.
  17. Neue Muschelinvasion steht bevor. tagesanzeiger.ch, 12. Juli 2017. Abgrüeft am 17.07.2018.
  18. La punaise diabolique, une espèce invasive à surveiller. Abgrüeft am 17.07.2018. (fr)
  19. Die Stinkkäfer-Invasion nahm in Zürich ihren Anfang. Abgrüeft am 07.07.2018.
  20. Auch tropische Arten im Anflug – Bald kommen die Mücken. n-tv. Abgrüeft am 9.07.2018.
  21. Andreas Braun: Kampf dem Staudenknöterich. 27. Oktober 2007. Abgrüeft am 2018-07-13.
  22. Allergie-Gefahr am Vogelhäuschen – Vorsicht vor Ambrosia-Samen im Winterfutter. Abgrüeft am 2018-07-12.
  23. Merkblatt Umgang und Bekämpfung von Riesen-Bärenklau Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft, Januar 2009.
  24. Neophyten Aktionsprogramm Drüsiges Springkraut uf neophyten.at
  25. Les plantes invasives uf fredon-alsace.dr
  26. 3rd International Conference on Biological Invasions NEOBIOTA - From Ecology to Control 30. September – 1. October 2004 Zoological Institute, University of Bern, Switzerland
  27. Skorpione, Kobras und Elefantenstosszähne: Illegale Souvenirs im Zürcher Flughafen
  28. Die grüne Gefahr. : „Deshalb fahnden in Berlin Ein-Euro-Jobber nach der eingeschleppten Pflanze“. Abgrüeft am 2018-07-13.
  29. Flyer invasive Neophyten: Exotische Pflanzen im Garten – Was tun? uf zh.ch
  30. Massnahmen Stadt Zürich – Aktionsplan invasive Neophyten uf stadt-zuerich.ch